Warum ist die Ernährung von Dialysepatienten so wichtig?

Wenn die Funktion der Nieren nachlässt, werden verschiedene Stoffwechselprodukte (wie z. B. Harnstoff) immer weniger ausgeschieden. Dieses führt über eine Vergiftung des Körpers zum Appetitverlust. Ferner benötigt der nierenkranke Patient Nahrungsergänzungen zum Ausgleich. Diese Vorschriften sind einem abwechslungsreichen Essen eher abträglich. Ein vollwertiger Ersatz ist die Dialyse für eine gesunde Niere natürlich nicht. Es steigen die Mineralstoffe, Stoffwechselprodukte und der Gehalt an Wasser deutlich an. Es werden auch lebensnotwendige Nährstoffe wie Aminosäure und Vitamine ausgewaschen. Diese müssen durch eine entsprechende Ernährung ausgeglichen werden. Ansonsten kommt es zu Mangelerscheinungen. Eine einheitliche Ernährungsweise für Dialysepatienten gibt es nicht. Daher muss jeder Patient bzw. auch die Pflegenden von Dialysepatienten von dem Dialyseteam/Diätassistenten eine Schulung erhalten, um die Ernährung individuell anzupassen.

  • Flüssigkeitszufuhr max. 500 ml plus die Menge des Sammelurins
    • nichts nachsalzen
    • keine salzigen oder sehr süßen Speisen
    • öfter den Mund ausspülen
    • trockene Raumluft vermeiden
    • Drops oder Eiswürfel lutschen kleine Trinkbehälter wählen
    • langsam trinken
  • Kaliumzufuhr ca. 2000 mg/Tag
    • Kartoffeln wässern, Wasser abschütten und Kartoffeln mit frischem Wasser kochen
    • Trockenobst und Kartoffelgerichte meiden
    • Flüssigkeit von Obstkonserven abschütten
    • Obst in begrenzten Mengen (kleine Hand voll)
    • sehr geringe Mengen: Nüsse, Schokolade, Kakao
    • Gemüse und Hülsenfrüchte nur in geringen Mengen
  • Phosphatzufuhr ca. 1200 mg/Tag
    • Milch reduzieren und durch Wasser-Sahne-Gemisch ersetzen
    • kein Schmelzkäse
    • Innereien und Cola meiden
    • Hülsenfrüchte nur in geringen Mengen
    • Nahrungsmittel mit Phosphatzusätzen meiden (z.B. Fertigprodukte meiden und auf E-Nummern achten)
    • Lebensmitteltabelle nutzen
    • Phosphatbinder nach Medikamentenplan zum Essen mit anderen Medikamenten

Alarmzeichen für die Patienten

  • Hyperkalämie
    • Missempfinden im Mundbereich
    • Kribbeln in den Extremitäten
    • Muskelschwäche (Muskelkater)
    • Herzrhythmusstörungen
  • Überwässerung
    • geschwollene Augenlider
    • Atemnot in Ruhe
    • sitzend schlafen bei Atemnot
  • In diesen Fällen informieren Sie die Dialyse unter Tel. (0331) 743 19 19 oder das St. Josefs-Krankenhaus

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